DVD-Video
Der DVD-Video-Standard ist im "Book B" beschrieben. DVD-Video ist eine besondere Anwendung der DVD-ROM (beinhaltet nur bestimmte Daten-Typen, ist für die Wiedergabe am TV gedacht, DVD-Video eben):
Die Video-DVD bietet (je nach Kompressionsrate, die mögliche Laufzeit des Videos kann sich zugunsten/zulasten der Bild-Qualität verkürzen/verlängern) Platz für etwa 2 Stunden Video in hervorragender Qualität, bei Dual-Layer-DVDs (zwei Informationsebenen auf einer Seite, siehe unter 1.1.) sogar ca. 4 Stunden. Ist die DVD zugleich noch zweiseitig, haben sogar 8 Stunden Platz
. Das Bildformat ist 4:3 und/oder 16:9 (für Standard- oder Breitbild-Fernseher).
Neben dem Bild kann man natürlich auch Ton-Daten speichern, DVD-Video bietet bis zu 8 verschiedene Audio-Tracks (z.B. für verschiedene Sprachen, Kommentare,…). Jeder dieser 8 Tracks kann bis zu 8 Kanäle enthalten, in der Regel werden 6 davon genutzt: Vorne Links/Rechts, Mitte (Center), Surround (Hinten) Links/Rechts und noch ein Subwoofer-Kanal (Tiefbaß). Dieser 6-Kanal-Sound (meist sagt man 5.1-Kanal, ".1" steht für den Subwoofer-Kanal) ist üblicherweise im AC3-Format (auch: "Dolby Digital") gespeichert, aber auch DTS ist ein zulässiges Format (Für detailiertere Informationen über die Tonformate siehe unter 1.4.). Beinhaltet die DVD mehrere Sprachen, so sind die zusätzlichen Sprachen manchmal nur 2-Kanal-Tracks.
Ein weiteres Feature sind die Untertitel: bis zu 32 Untertitel können auf der DVD gespeichert werden, mehr Platz benötigt man sicherlich nicht, ich kenne keine DVD, die mehr als 14 Untertitel hat.
Der Film-Ablauf kann sich verzweigen, z.B. für verschiedene Handlungsabläufe oder Alterseinstufungen oder sowas, dieses Feature ist aber in der Regel ungenutzt.
Während der Wiedergabe ist es möglich, sich einen aus bis zu 9 verschiedenen Kamera-Winkeln anzusehen, dies ist bei Sport-Videos sinnvoll, aber da es davon nicht allzuviele gibt, ist auch dieses Feature nicht oft genutzt.
Die DVD-Video kann Menüs enthalten, die (eingeschränkt) interaktiv sein können, um z.B. gezielt ein Kapitel aus der Kapitelübersicht auszuwählen, um Schauspieler-Infos oder Zusatzvideos (Making Of,…) abzurufen, die Sprache auszuwählen,… sogar kleine Spiele sind möglich. Die Menüs können dabei auch animiert sein und mit Musik hinterlegt sein. Bis auf ein paar Ausnahmen hat jede DVD-Video ein (mehr oder weniger umfangreich ausgestattetes) Menü. Eine DVD kann Menüs für verschiedene Sprachen beinhalten.
Die DVD bietet außerdem diverse Bedienungsfunktionen wie Vor-/Rücklauf in verschiedenen Geschwindigkeiten, Standbild, direkter Kapitelzugriff und und und, ähnlich, wie man das von der Musik-CD kennt. Diese Funktionen können aber auch gezielt gesperrt werden, z.Zt. ist dies, wenn überhaupt, nur bei den ©opyright-Hinweisen der Fall.
DVD-Audio
Der DVD-Audio-Standard ("Book C") ist noch nicht vollständig fertig (entgültige Verabschiedung nicht vor Frühjahr ’99), daher nur ein paar grundlegende Informationen. Die DVD-Audio ist auch eine spezielle Anwendung der DVD-ROM, sie ist vergleichbar mit der Musik-CD (Audio-CD). Die Tondaten können in verschiedenen Formaten gespeichert sein:
LPCM: 8 Kanäle, 44.1 bis 192 kHz Sample Rate bei 16/20/24bit Sample-Größe.
Optional darf die DVD-Audio auch die Audio-Formate der DVD-Video enthalten: Dolby Digital bis 5.1-Kanal, MPEG2 bis 5.1/7.1, DTS und SDDS.
Über DVD-Video
Die Bild-Daten werden mittels MPEG2 in ihrem Datenvolumen stark reduziert und danach auf DVD gespeichert. Die Datenreduktion von MPEG2 entfernt unnötige Bildinformationen wie z.B. sich nicht verändernde Flächen, Bildänderungen, die das menschliche Auge nicht wahrnimmt usw. Bei zu starker Kompressionsrate (unter 3,5 Mbit/s) kann man ab und zu Bildrauschen oder Kompressionsartefakte sehen. Werden bei einer DVD zwei Layer genutzt, so ist die Datenrate kein Problem mehr, für einen Film in allerbester Bild-Qualität mit vielen Extras ist dann genug Platz. Die Produktion von DVDs mit mehreren Layern ist nicht ganz so einfach wie bei einschichtigen DVDs. Z.Zt. können längst nicht alle DVD-Fabriken DVDs mit mehreren Schichten produzieren, außerdem sind 25% der gepressten Scheiben Ausschuß, diese Kinderkrankheiten sollten aber bald kein Thema mehr sein.
Wenn das MPEG2-Video sorgfältig komprimiert wird, so ist auch bei einer niedrigen Bitrate eine optimale Bildqualität zu erreichen, ein sehr gutes Beispiel dafür ist die DVD "The Fifth Element", mehr als 2 Stunden Film in bester Qualität incl. einem 6- und einem 2-Kanal-Soundtrack fanden auf einem Layer Platz (die Widescreen- und P&S- (Pan&Scan) Fassung wurden dann jede für sich auf einer eigenen Seite untergebracht). Eine gut gemasterte DVD steckt in Sachen Bildqualität jede VHS-/SVHS-Cassette, jedes Fernsehbild und sogar jede Laserdisc locker in die Tasche (bei gleichem Ausgangsmaterial beim Mastering). Manchmal sehen DVD-Videos nicht besonders gut aus (z.B. in Kaufhäusern), was oft daran liegt, daß z.B. der Fernseher nicht optimal eingestellt ist (Helligkeit/Kontrast/Schärfe) oder daß schlechte Kabel verwendet wurden (seltener der Fall); vielfach ist auch der DVD-Player noch falsch eingestellt.
Das Video kann auf der DVD im 4:3- oder im 16:9-Format gespeichert sein, wobei das 16:9-Format "anamorph", also horizontal auf 4:3-Format gestaucht, gespeichert wird. Das anamorphe Bild wird auf einem 16:9-TV (oder 4:3-TV mit 16:9-Umschaltung) wieder auf das Seitenverhältnis 16:9 "gezogen". Der Vorteil von anamorphen Bildern ist, daß die "schwarzen Balken" nicht mitübertragen werden und so die mögliche Zeilenanzahl voll genutzt wird. Anamorphe DVDs sind oft mit der Bezeichnung "16/9-enhanced" gekennzeichnet. Filme die in Cinemascope gedreht wurden, weisen aber trotz anamorphem Format selbst auf 16:9 Fernsehern noch "schwarze Balken" auf, wenn sie im Originalformat auf der DVD enthalten sind. Das Cinemascope Bild hat ein Seitenverhältnis von 2.35 zu 1, während ein 16:9 Bild umgerechnet ein Seitenverhältniss von 1.77 zu 1 aufweist. Ein normales 4:3 Bild hat demnach umgerechnet ein Seitenverhältniss von 1.33 zu 1.
- Auflösung des Video-Bildes: 720×480 (bei 29,97 fps => NTSC) bzw. 720×576 (bei 25 fps => PAL)
- Video-Bitrate Ausgangssignal (unkomprimiert): 124Mbit/s (Video; 30 fps NTSC, 25 fps PAL), 119Mbit/s (Film; 24 fps NTSC/PAL)
- Bitrate komprimiert (MPEG2): Maximum: 9,8Mbit/s, Durchschnitt: 3,5Mbit/s (36:1/28:1 Video/Film)
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